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Gereizte Lidränder erfordern geduldige Pflege

Nicht immer harmlos: Blepharitis kann gefährliche Folgen für die Augenoberfläche haben

Eine Entzündung der Lidränder (Blepharitis) kann sehr unangenehm sein und lang anhaltende Beschwerden verursachen. Patienten aller Altersgruppen können betroffen sein. Dr. Thomas Kaercher vom Berufsverband der Augenärzte Deutschlands gibt Ratschläge, worauf besonders zu achten ist.

Die Augen sind am Morgen oft verklebt, die Lidränder sind rot und geschwollen. Juckende Lidränder zeigen eine Entzündung in diesem Bereich an – eine Blepharitis erscheint und führt den Patienten zum Augenarzt. Oft greift diese Entzündung auch den Augapfel an, sie führt zu einer Rötung der Bindehaut mit Fremdkörpergefühl und Kratzen. In dieser Phase spricht man von einer Blepharo-Konjunktivitis.

Die Beschwerden können verschiedene Ursachen haben. Am häufigsten sind Hauterkrankungen wie Neurodermitis oder Rosacea. Selbst milde Hauterkrankungen können starke Augenbeschwerden auslösen. Auch eine Störung der bakteriellen Besiedelung des Lidrands kann zu einer Entzündung führen. Dabei werden die Meibom-Drüsen der Lidkante besonders geschädigt.

Die Krankheit ist zum Leidwesen der Betroffenen hartnäckig. Sie verläuft meist wellenförmig und ist wiederkehrend. Die Therapie muss diesen wellenförmigen Phasen angepasst werden, sie braucht Geduld und Sorgfalt. Am allerwichtigsten ist die Reinigung und Pflege der Lidränder.
Bei der Pflege sollten die Betroffenen auf folgende Punkte achten:

  • Kontaktlinsenträger sollten die Tragezeit der Linsen verkürzen. Zwei Stunden täglich ohne Kontaktlinsen entlasten das Auge. Ein Tag pro Woche kontaktlinsenfrei hilft ebenso. Bei gereizten Lidern ist es sinnvoll, auf Kosmetika zu verzichten.
  • Reinigung der Lidränder. Dies gelingt am sichersten mit vorgefertigten Reinigungstüchern. Die Unterlider sind einfach zu reinigen, an den Oberlidern ist der Zugang schwieriger. Diese Reinigung sollte täglich erfolgen – wie das Zähneputzen. Das vermeidet hartnäckige Verkrustungen und entleert die Meibom-Drüsen kontinuierlich.
  • Wärme an den Lidern hilft. Bei höherer Temperatur werden die Fette der Meibom-Drüsen verflüssigt und können leichter aus den Meibom-Drüsen bewegt werden. Daher ist die Anwendung von warmen Auflagen an den Lidern sinnvoll.

Die Pflege der Lidränder muss langfristig durchgeführt werden. Das gilt besonders, wenn eine Grunderkrankung vorliegt. Stets sollte der Augenarzt die Diagnose stellen und die Behandlung festlegen. Die Blepharitis ist oft auch eine Erkrankung der Augenoberfläche. Dann muss die Lidbehandlung durch eine Behandlung der Augenoberfläche ergänzt werden.

Augenärzte können nicht nur weitere Hinweise zur Lidkantenpflege geben. Sie können in schweren Fällen auch mit entzündungshemmenden Tropfen, Salben und Tabletten behandeln.

Quelle: Berufsverband der Augenärzte
(01.06.2017)

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Mit VR-Brillen wird das Sehen anstrengender

Was ist in der virtuellen Realität aus augenärztlicher Sicht zu beachten?

Die virtuelle Realität (VR) tritt immer häufiger in Konkurrenz zur realen Welt. Zu Spielekonsolen gehören heute schon häufig VR-Brillen, die dem Träger vorgaukeln, sich in einer anderen, eben der virtuellen Realität zu bewegen. Der Einsatz von VR-Brillen ist zudem nicht nur in einer Spieleumgebung denkbar, sondern auch in der Außenwelt, auf der Straße. 
Welche Auswirkungen es haben kann, wenn man solche Brillen über längere Zeit hinweg trägt, darüber gibt es bisher keine wissenschaftlichen Erkenntnisse. Prof. Dr. Dieter Friedburg vom Berufsverband der Augenärzte (BVA) erläutert, was aus augenärztlicher Sicht im Zusammenhang mit VR-Brillen zu beachten ist.

Seekrankheit
Das haben viele Menschen, die VR-Brillen ausprobiert haben, schon erlebt: Sobald sich virtuelle und reale Bewegungen überlagern, kann das Übelkeit hervorrufen – ein ähnliches Phänomen wie bei der Seekrankheit. Prof. Friedburg rät zudem zu Vorsicht: „Wenn ein VR-Spieler nicht sitzt, können Bewegungen in der virtuellen Welt Störungen der Koordination hervorrufen – und dann steigt die Gefahr von Unfällen.“ Hier ist also besondere Vorsicht geboten.

Auf den Pupillenabstand achten
Nicht alle VR-Brillen bieten die Möglichkeit, den Pupillenabstand (Interpupillardistanz, PD) anzupassen. Für die meisten Menschen ist das kein Problem. Nur wenn die PD der Brille zu stark von der ihres Trägers abweicht, führt das zu Beschwerden. Deshalb rät Prof. Friedburg dazu, eine VR-Brille vor dem Kauf auf jeden Fall auszuprobieren.

Der Wechsel von Fern- auf Nahsicht
Ein komplexes Thema ist der Wechsel von Fern- auf Nahsicht. Die Augen junger Menschen verfügen über zwei Mechanismen, um die Augen auf das Sehen in der Nähe anzupassen: Die Akkommodation ist die optische Naheinstellung des Auges – die Linse verformt sich und damit verändert sich die Brechkraft des Auges. Im Laufe des Lebens geht diese Fähigkeit verloren, so dass der Mensch mit der Zeit alterssichtig (presbyop) wird. Der zweite Mechanismus ist die Konvergenz, die Anpassung der Augenstellung an die Nähe, so dass beide Augen ein Objekt nah vor dem Gesicht fokussieren.
VR-Brillen sind für den Fernblick eingerichtet. Wenn in der virtuellen Welt auch die Nähe abgebildet wird, muss derjenige, der die Brille trägt, nicht akkomodieren, aber er muss dennoch seine Augenstellung an die Nähe anpassen. Damit haben ältere, bereits presbyope Menschen keine Probleme. Doch junge Menschen müssen erst lernen, Akkommodation und Konvergenz zu entkoppeln.

Vorteile der VR-Brillen kann nicht jeder nutzen
Menschen, deren räumliches Sehen eingeschränkt ist, weil sie schielen – auch wenn es sich nur um einen so genannten Mikrostrabismus mit sehr kleinem Schielwinkel handelt – können die Vorteile von VR-Brillen nur teilweise nutzen. Davon sind etwa fünf Prozent der Menschen in Deutschland betroffen.
Konkurrenz von realer und virtueller Welt – eine Herausforderung

Werden VR-Brillen nicht nur im Spiele-Modus eingesetzt, sondern auch im täglichen Leben benutzt, etwa um Informationen einzublenden, sind weitere Gesichtspunkte zu beachten: Der Blickwechsel von der realen in die virtuelle Welt und zurück kann zu einer erheblichen Mehrbelastung unseres visuellen Systems führen; der ständige Wechsel zwischen unterschiedlichen Entfernungen und der damit verbundene Aufwand für Akkommodation und Konvergenz kann sehr anstrengend sein.

„Der Träger wird wohl eine Lernphase benötigen, bis er mit der neuen Sehwelt vernünftig umgehen kann“, erwartet Prof. Friedburg, „denn er muss ja seine Hauptblickrichtung dauernd wechseln. Erst die Erfahrung kann zeigen, ob die hierbei mögliche Mehrbelastung sich negativ auswirken wird.“ Daneben kann die Konkurrenz der beiden Welten Risiken bergen. Schenken wir der virtuellen Welt zu viel Aufmerksamkeit und beachten zu wenig, was um uns herum geschieht, drohen Unfälle im Straßenverkehr – schon heute ist ja zu beobachten, dass der Blick aufs Smartphone manche Fußgänger zu sehr ablenkt, um auf rote Ampeln zu achten.

Ebenso werden auch die Programmierer der virtuellen Welt erst lernen müssen, verträgliche Modelle zu entwickeln. „Eins ist voraussehbar“, meint Prof. Friedburg: „Mit hoher Wahrscheinlichkeit dürfte das neue Sehen anstrengender werden.“

Quelle: Berufsverband der Augenärzte



(02.01.2017)

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Müden, trockenen Augen vorbeugen

Tipps vom Augenarzt für die kalte Jahreszeit


Draußen wird es ungemütlich kalt, da bleibt man lieber in wohlig geheizten Räumen. Das ist verständlich, es kann aber dazu beitragen, dass man öfter das unangenehme Gefühl müder, trockener Augen hat. Prof. Dr. Gerd Geerling, Leiter des Ressorts „Trockenes Auge und Oberflächenerkrankungen“ im Berufsverband der Augenärzte Deutschlands gibt einige Ratschläge, wie man gerade während der Heizperiode diese Beschwerden vermeiden kann.


Der Tränenfilm benetzt die Augenoberfläche und hat für die Gesundheit der Augen eine wichtige Funktion. Mit jedem Lidschlag wird dieser Film von neuem auf der Augenoberfläche verteilt. So bleibt sie glatt und geschmeidig, kleine Fremdkörper werden einfach weggespült. Keimtötende Substanzen im Tränenfilm schützen das Auge vor Infektionen. Und auch Sauerstoff und Nährstoffe kommen über den Tränenfilm zur Hornhaut, dem durchsichtigen Teil der Augenoberfläche. Doch diese Aufgaben kann nur ein intakter Tränenfilm leisten. Mit ein paar einfachen Maßnahmen kann man dafür sorgen, dass die Augen angenehm feucht bleiben.


Frische Luft tut gut

Die Luft in geheizten Räumen ist in der Regel sehr trocken, so dass der Tränenfilm schneller verdunstet. Regelmäßiges Lüften schafft hier Abhilfe, noch besser sind häufige Spaziergänge an der frischen Luft – mag es draußen auch neblig und kalt sein.


Luftzirkulation im Auto drosseln

Auch im Auto gilt, dass die Luft möglichst nicht zu stark aufgeheizt werden sollte, denn je wärmer die Luft ist, desto trockener ist sie auch. Außerdem sollte die Luftzirkulation möglichst niedrig eingestellt sein und der Luftstrom sollte nicht direkt auf die Augen gerichtet sein.


Viel trinken

Ebenso wie die frische Luft trägt auch eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme ganz allgemein zu einem guten Allgemeinbefinden bei und beugt daneben auch dem Trockenen Auge vor.


Bewusst häufig blinzeln

Kommt zum Aufenthalt in geheizten Räumen auch noch die Arbeit am Computerbildschirm dazu, kann ein weiterer Faktor zum Trockenen Auge führen: Bedingt durch die konzentrierte Arbeit sinkt die Lidschlagfrequenz, der Tränenfilm wird nicht mehr so häufig erneuert und kann aufreißen. Da hilft es, zwischendurch mal ganz bewusst zu blinzeln.


Die Lidkanten sanft reinigen

Ein wichtiger Bestandteil des Tränenfilms ist die obere, ölige Schicht. Sie sorgt dafür, dass die Tränenflüssigkeit nicht zu schnell verdunstet. Das fetthaltige Sekret wird in den Meibomdrüsen produziert, die an den Lidkanten sitzen. Eine vorsichtige, sanfte Reinigung mit warmem Wasser und anschließender Massage der Lidkante, zum Beispiel mit einem Watteträger, unterstützt gegebenenfalls die Funktion dieser Drüsen.


Bei andauernden Beschwerden zum Augenarzt

Wer langfristig unter trockenen Augen leidet, sollte eine Augenarztpraxis aufsuchen. Mit verschiedenen Untersuchungsverfahren können Augenärzte abklären, ob genügend Tränenflüssigkeit gebildet wird, wie lange der Tränenfilm stabil ist und ob über das Trockene Auge hinaus eventuell behandlungsbedürftige Schäden an der Augenoberfläche bestehen. In den allermeisten Fällen können Tränenersatzmittel die Beschwerden rasch lindern, die heute in großer Vielfalt zur Verfügung stehen – als Augentropfen, als Gele oder auch als Sprays. In ganz schweren Fällen mit einer anhaltenden Entzündung der Augenoberfläche kann der Augenarzt entzündungshemmende Augentropfen verordnen.


Quelle: Berufsverband der Augenärzte


(28.11.2016)

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Spruch zum heutigen Tag:
Seht, welcher Glanz sich um sein Aug ergießt! Das ist nicht das Erlöschen der Natur, das ist der Strahl schon eines neuen Lebens.
(Friedrich Schiller )

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