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Warum wir uns die Augen reiben

(Düsseldorf) - "Elf Feinde hat das Auge: zehn Finger und ein Tuch", behauptet ein Bonmot unter Augenärzten. Denn wenn man sich die Augen reibt und die Finger dabei die Augenoberfläche berühren, können Keime ins Auge gelangen. Doch weshalb reiben wir uns überhaupt die Augen?

Oft passiert es, wenn wir müde sind: Wir reiben uns die Augen. Prof. Dr. med. Gerd Geerling vom Ressort "Trockenes Auge" im Berufsverband der Augenärzte Deutschlands erläutert: "Wenn wir müde sind, gehen viele Aktivitäten des Körpers zurück. Auch die Tränendrüse produziert dann weniger Flüssigkeit. Die Folge ist, dass der schützende Tränenfilm auf der Hornhaut zu dünn wird und aufreißt. Und wenn die Augen trocken werden, fangen sie an zu jucken." Das Augenreiben bringt aber keine wirkliche Besserung - gegen Müdigkeit hilft nur der Schlaf, trockenen Augen kann dagegen ein Spaziergang an der frischen Luft Linderung bringen.


Trockene Luft und Computerarbeit

"Müde Augen" können auch die Folge einer Blickmonotonie sein, wie sie bei konzentrierter Arbeit am Computer, beim Fernsehen oder beim Autofahren auftritt. "Wer beständig auf den Bildschirm schaut, dessen Lidschlagfrequenz sinkt. Und auch dann steigt die Gefahr, dass die Augenoberfläche austrocknet", ergänzt Prof. Geerling. Trockene Luft etwa in geheizten Räumen kann die Beschwerden noch zusätzlich verstärken. Sich beständig die Augen zu reiben, ist keine Lösung für trockene Augen - im Gegenteil: Geraten dabei Keime ins Auge kann sich die ohnehin schon gereizte Augenoberfläche erst recht entzünden.


Ersatz für fehlende Tränen

Mit künstlicher Tränenflüssigkeit lassen sich die Beschwerden in den meisten Fällen gut beheben. Dabei ist es sinnvoll, das "Trockene Auge" zunächst vom Augenarzt abklären zu lassen. Er kann feststellen, ob das Problem auf zu geringe Tränenproduktion zurückgeht oder ob die Tränenflüssigkeit möglicherweise aufgrund einer Störung der Zusammensetzung des Tränenfilms zu schnell verdunstet. Die augenmedizinische Forschung hat in jüngster Zeit viel über die komplexe Struktur des Tränenfilms erfahren und es gibt unterschiedliche Präparate und Strategien um die verschiedenen Formen des Trockenen Auges in den Griff zu bekommen.

(BVA)

(17.01.2012)

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Vorsogeuntersuchung sinnvoll

Zu Vorsorgeuntersuchungen und zum Lasern gibt der Augenarzt und Sprecher des Berufsverbandes der Augenärzte, Georg Eckert, Auskunft.


Hamburger Abendblatt:

Welche der angebotenen kostenpflichtigen Leistungen meines Augenarztes sind sinnvoll?

Georg Eckert:

Die gesetzlichen Kassen dürfen keine einzige Vorsorgeleistung im Bereich der Augenheilkunde bezahlen, weder bei Kindern noch bei Erwachsenen zur Früherkennung des grünen Stares. Diese Vorsorgeleistungen sind jedoch extrem sinnvoll, weil damit Blindheit und Sehschwäche zuverlässig vermieden werden können.


Welche Vorsorgeuntersuchungen sollten Erwachsene unbedingt machen lassen?

Eckert:

Zwischen dem 35. und 40. Lebensjahr empfehlen wir unbedingt eine Untersuchung auf Grünen Star (Glaukom), da der Betroffene im Normalfall nichts von der Krankheit merkt. Dabei wird der Druck gemessen und der Sehnerv untersucht. Der Grüne Star ist früh genug erkannt sehr gut behandelbar. Ich empfehle diesen Termin alle ein bis zwei Jahre. Die dritte wichtige Untersuchung ist die AMD, die Altersabhängige Makuladegeneration. Ab 70 Jahren ist sie die häufigste Ursache für Erblindung in Deutschland. Früh genug erkannt ist sie gut therapierbar.


Wann ist es sinnvoll, seine Augen lasern zu lassen?

Eckert:

Der Laser wird zur Behandlung von Fehlsichtigkeiten bis zum Nachstar nach Staroperation bis zur Behandlung von Netzhautveränderungen bei Diabetes eingesetzt. Lasern ist eine gute Behandlungsmethode, die ausgesprochen komplikationsarm und beinahe schmerzfrei ist. Allerdings können wie bei jeder Operation Komplikationen wie Entzündungen auftreten, deshalb muss engmaschig kontrolliert und sorgfältig indiziert werden

Hamburger Abendblatt; 07.10.12

(08.01.2012)

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Braucht mein Kind eine Brille?

Braucht mein Kind eine Brille? / Schon Babys können auf eine Sehhilfe angewiesen sein

(Düsseldorf) - "Muss das wirklich sein?" Eine augenärztliche Brillenverordnung stößt bei den Eltern kleiner Kinder oft auf Skepsis. PD Dr. med. Dietlind Friedrich vom Berufsverband der Augenärzte Deutschlands (BVA) hält dem entgegen: "Ja, oft muss es sein. Damit sich das Sehvermögen der Kinder gut entwickeln kann, sind Sehhilfen mitunter dringend nötig."

Wenn ein Kind fehlsichtig ist, verwenden Augenärzte besondere Sorgfalt auf die Bestimmung der Sehhilfe. "Das ist absolut notwendig", betont Dr. Friedrich, die Leiterin des Arbeitskreises Strabologie (das ist die Lehre von den Schielerkrankungen) im BVA. Denn jeder Sehfehler - ganz gleich ob es sich um eine Kurz-, Weit- oder Stabsichtigkeit handelt - muss korrekt ausgeglichen werden, damit sich die Sehkraft gut und altersgemäß entwickeln kann, und damit das Gehirn lernt, die Bildinformationen beider Augen zu verarbeiten.

Ziel ist es, eine einseitige Sehschwäche zu vermeiden
Augenärzte hören oft von Eltern "Mein Kind sieht ohne Brille genauso gut." Doch dieser Eindruck täuscht: Medizinische Laien können die Wertigkeit des Sehens in der Regel nicht richtig einschätzen, denn subjektive Eindrücke sind hier nicht ausschlaggebend. Das Sehen mit beiden Augen verdeckt möglicherweise einen Sehfehler, der schon länger unbemerkt auf einem Auge besteht.

Mit einer Brillenverordnung für Kinder soll in den meisten Fällen eine Sehschwäche (Amblyopie) vermieden werden. Sie droht, wenn die Bildinformationen der beiden Augen aufgrund von Sehfehlern und/oder Schielen zu stark voneinander abweichen. Dann wird der Seheindruck des schwächeren Auges im Gehirn unterdrückt. In der frühen Kindheit (bis etwa zum Alter von vier Jahren), in der sich das Zusammenspiel zwischen Augen und Gehirn entwickelt, lässt sich diese Asymmetrie noch rückgängig machen. "Dieses Zeitfenster muss unbedingt genutzt werden", macht Dr. Friedrich klar. Deshalb können schon Babys auf eine Brille angewiesen sein.

Ein gewisser Aufwand kann schon damit verbunden sein, wenn ein Kind eine Brille bekommt: "Bei größeren Kindern müssen die Gläser manchmal in ihrer Stärke langsam aufgebaut werden", erläutert Dr. Friedrich. "Damit das Kind sich an die Korrektion gewöhnen kann, müssen die Gläser in seltenen Fällen zwei bis drei Mal im Abstand von einigen Wochen gewechselt werden." Die Brille ist für Kinder immer die Sehhilfe der ersten Wahl. Bei größeren Kindern können auch Kontaktlinsen eine Option sein. Dann ist es allerdings wichtig, dass die Kinder die für Kontaktlinsen unerlässlichen Hygieneregeln sorgfältig beachten.
Mit der richtigen Brille zum Erfolg in der Schule

Ein Sehfehler wie eine geringfügige Weitsichtigkeit, die im Alltag gar nicht auffällt, kann in der Schule, bei den Hausaufgaben und anderen Naharbeiten zu so genannten asthenopischen Beschwerden führen. Sie machen sich als Kopfschmerzen und Leseunlust bemerkbar und können auch zu Konzentrationsschwierigkeiten führen. In diesen Fällen kann die Sehhilfe den Kindern den Spaß am Lernen zurückgeben und so den Erfolg in der Schule sichern.

Vertrauensvolle Zusammenarbeit
Oft hält die vertrauensvolle Zusammenarbeit von Eltern, Kindern und der Augenarztpraxis über mehrere Jahre an. Das Ziel ist ein voller Visus auf beiden Augen und ein möglichst gutes beidäugiges, also dreidimensionales Sehen. Eine einseitige Sehschwäche, die später einmal die Berufswahl einschränken könnte, soll verhindert werden. Zwei gesunde Augen ein Leben lang - das ist die Mühe in jungen Jahren allemal wert. (Berufsverband der Augenärzte)

(26.09.2011)

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Spruch zum heutigen Tag:
Botschaften werden vom Auge weitergegeben, manchmal ganz ohne Worte.
(Anaïs Nin)

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